Wenn die Pflege zu viel wird – Wege zur Entlastung

Stand: 2026-05-02

Was ist das?

Pflege ist eine langfristige Aufgabe, die emotional und körperlich fordert. Studien dokumentieren regelmäßig, dass pflegende Angehörige ein erhöhtes Belastungsniveau berichten. Diese Seite versammelt kostenfreie, unabhängige Anlaufstellen, an die Sie sich wenden können — sie ersetzen keine Therapie und sind kein Ratgeber, sondern ein Verzeichnis.

Warum ist das wichtig?

Belastung in der Pflege ist verbreitet, wird aber selten offen angesprochen. Wer früh weiß, wo es kostenfreie Beratung und Austausch gibt, kann in einer schwierigen Phase schneller eine geeignete Anlaufstelle finden — ohne erst lange zu suchen.

Was ist der nächste Schritt?

Wenn Sie merken, dass die Belastung wächst, ist die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI bei Ihrer Pflegekasse in der Regel der nächste Schritt — sie ist kostenfrei und auf Pflegende ausgerichtet. Parallel dazu helfen die unten verlinkten Verzeichnisse, regionale Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen zu finden.

Schritt für Schritt

  1. Pflegeberatung nach § 7a SGB XI nutzen

    Jede Pflegekasse muss in der Regel eine kostenfreie Pflegeberatung anbieten — auf Wunsch auch zu Hause. Die Beratung umfasst sowohl die Versorgung der pflegebedürftigen Person als auch die Situation der pflegenden Angehörigen. Sie können Termine selbst telefonisch oder schriftlich anfragen.

  2. BAGSO-Verzeichnis durchsuchen

    Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) führt ein bundesweites Verzeichnis von Pflegeberatungsstellen und Anlaufstellen. Dort lassen sich regionale Angebote nach PLZ filtern. Die Nutzung ist kostenfrei.

  3. ZQP-Pflegeberatungsstellen-Finder verwenden

    Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) ist eine unabhängige Stiftung und stellt einen Finder für Pflegeberatungsstellen bereit. Der Finder zeigt zugelassene Stellen nach PLZ — nützlich, wenn Sie eine zweite Anlaufstelle suchen.

  4. Selbsthilfegruppen vor Ort finden

    Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige gibt es in vielen Regionen. Die örtliche Selbsthilfekontaktstelle (oft bei der Stadt- oder Kreisverwaltung gelistet) vermittelt entsprechende Gruppen. Der Austausch mit anderen Pflegenden ist für viele entlastend.

Häufige Fragen

Ist die Pflegeberatung wirklich kostenfrei?

Ja — die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI ist eine Pflichtleistung der Pflegekasse und in der Regel kostenfrei. Auf Wunsch findet sie auch zu Hause statt. Es entstehen keine Kosten für Sie.

Worin unterscheidet sich BAGSO von ZQP?

BAGSO bündelt Seniorenorganisationen und führt ein bundesweites Verzeichnis von Pflegeberatungsangeboten. ZQP ist eine unabhängige Stiftung mit Schwerpunkt auf Qualität und stellt einen separaten Finder bereit. Beide sind kostenfrei nutzbar — die Verzeichnisse überschneiden sich teilweise, ergänzen sich aber.

Was kann ich tun, wenn ich gerade selbst eine kurze Auszeit brauche?

Für planbare Auszeiten gibt es Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI) und Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI) als Leistungen der Pflegeversicherung — siehe das Wissen-Themenblatt zum Entlastungsbudget. Für emotionale Akutbelastung sind Pflegeberatung, Telefonseelsorge oder Hausärztin / Hausarzt mögliche erste Anlaufstellen.

Ersetzt diese Seite eine Therapie oder ärztliche Beratung?

Nein. Diese Seite ist ein neutraler Wegweiser zu kostenfreien Beratungsstellen. Bei akuten gesundheitlichen oder psychischen Beschwerden sind Hausärztin / Hausarzt oder spezialisierte Fachstellen die richtigen Anlaufstellen.

Was ist mit Pflege-Selbsthilfegruppen, die online stattfinden?

Online-Selbsthilfegruppen sind in der Regel über die örtlichen Selbsthilfekontaktstellen oder über überregionale Träger (z. B. NAKOS) zu finden. Sie sind eine Alternative, wenn der Weg zu einer Präsenzgruppe schwierig ist.

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