Verhalten und psychische Situation bei der Begutachtung — Lebensbereich 3

Veröffentlicht am 27. August 2026 · Zuletzt redaktionell geprüft am 27. August 2026

Was dieser Lebensbereich umfasst

Verhaltensweisen und psychische Problemlagen sind einer von sechs Lebensbereichen nach § 14 SGB XI. Gemeint sind wiederkehrende Situationen, die den Alltag mitbestimmen: nächtliche Unruhe, Ängste, Stimmungsschwankungen, Abwehr gegen pflegerische Hilfe oder ein starkes Bedürfnis nach Begleitung.

Warum es hilft, das vorher zu wissen

Dieser Bereich wird am häufigsten übersehen, weil er schwer in Worte zu fassen ist und viele Angehörige ihn nicht als Pflegethema erkennen. Wer weiß, dass er ein eigener Gesprächspunkt ist, kann Situationen benennen, die den Alltag tatsächlich prägen.

Was Sie in Ruhe vorbereiten können

Sie können notieren, welche Situationen wiederkehren und wie oft sie vorkommen. Das Pflegetagebuch führt diesen Lebensbereich als eigene Kategorie.

Alltagssituationen aus diesem Lebensbereich

  1. Nächtliche Unruhe

    Nächtliche Unruhe, häufiges Aufstehen oder das Bedürfnis nach Begleitung in der Nacht.

  2. Ablehnung von Hilfe

    Ablehnung von Hilfe, auch wenn sie sichtbar nötig wäre — beim Waschen, beim Essen, beim Anziehen.

  3. Ängste und Stimmungsschwankungen

    Ängste oder Stimmungsschwankungen in unbekannten Situationen, bei Besuch, beim Arzttermin.

Häufige Fragen zu Verhalten und psychischer Situation

Was gehört zum Lebensbereich Verhaltensweisen und psychische Problemlagen?

Dazu gehören wiederkehrende Situationen, in denen Unterstützung nötig wird: nächtliche Unruhe, Ängste, Stimmungsschwankungen, Abwehr gegen pflegerische Hilfe, ein starkes Bedürfnis nach Begleitung oder Rückzug aus dem Alltag. Betrachtet wird, wie häufig solche Situationen vorkommen und welche Unterstützung sie im Alltag erfordern.

Warum wird dieser Bereich so oft nicht erwähnt?

Viele Angehörige erleben diese Situationen als Teil des Zusammenlebens und nicht als Pflegethema. Im Termin bleibt dann unerwähnt, was den Alltag stark prägt. Es hilft, vorher zu wissen, dass dieser Lebensbereich ausdrücklich zum Gespräch gehört.

Zählt nächtliche Unruhe dazu?

Nächtliches Aufstehen, Umherlaufen oder das Bedürfnis nach Begleitung in der Nacht gehören zu diesem Lebensbereich. Sie können schildern, wie oft solche Nächte vorkommen und welche Unterstützung dabei üblich ist.

Und wenn Hilfe abgelehnt wird?

Auch das gehört hierher. Wenn Unterstützung beim Waschen, Anziehen oder Essen sichtbar nötig wäre, aber abgelehnt wird, ist das eine Alltagssituation, die den Unterstützungsbedarf mitbestimmt und im Gespräch benannt werden kann.

Bewertet Mein Pflegeplan meinen Pflegegrad?

Nein. Wir bewerten keine Pflegegrade, berechnen nichts und geben keine Hinweise zur Beeinflussung des Gutachtens. Diese Seite beschreibt lediglich, worum es in diesem Lebensbereich geht, damit der Termin weniger überraschend wirkt. Über den Pflegegrad entscheidet allein Ihre Pflegekasse.

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Quellen