Begutachtung durch den Medizinischen Dienst – so läuft der Termin in der Regel ab

Veröffentlicht am 14. April 2026 · Zuletzt redaktionell geprüft am 7. Juli 2026

Was ist das?

Der Medizinische Dienst (MD) ist eine unabhängige Stelle. Im Auftrag der Pflegekasse bildet er sich einen Eindruck vom Pflege- und Unterstützungsbedarf und reicht ein Gutachten bei der Pflegekasse ein.

Warum ist das wichtig?

Der Termin ist oft aufregend, weil vieles gleichzeitig angesprochen wird. Wer Unterlagen sortiert hat und den üblichen Ablauf kennt, kann den Termin ruhiger durchgehen und wichtige Alltagspunkte in eigenen Worten schildern.

Was ist der nächste Schritt?

Wenn der Termin ansteht: Pflegetagebuch, Arztberichte und Medikamentenliste bereitlegen. Eine Vertrauensperson darf in der Regel dabei sein.

Schritt für Schritt

  1. Terminankündigung abwarten

    Nach dem Antrag meldet sich der Medizinische Dienst in der Regel schriftlich oder telefonisch und schlägt einen Termin vor. Termine zu Hause sind üblich; ein Termin in einer Einrichtung ist ebenfalls möglich.

  2. Unterlagen vorbereiten

    Hilfreich sind Arztbriefe, Medikamentenliste, Schwerbehindertenausweis, Pflegetagebuch sowie Kontaktdaten behandelnder Ärztinnen und Ärzte. Eigene Notizen zum Alltag helfen, typische Situationen konkret zu schildern.

  3. Vertrauensperson dazubitten

    Eine Vertrauensperson – Angehörige oder Pflegeperson – darf in der Regel beim Termin dabei sein. Sie kann beim Erinnern und Schildern von Alltagssituationen unterstützen.

  4. Den Termin selbst

    Die Gutachterin oder der Gutachter stellt in der Regel Fragen zum Alltag, zu Mobilität, Selbstversorgung, Verhalten und sozialer Teilhabe. Typischer Zeitrahmen: rund eine Stunde. Es gibt keine "richtigen" Antworten – schildern Sie den Alltag so, wie er ist.

  5. Nach dem Termin

    Der Medizinische Dienst erstellt ein Gutachten und reicht es bei der Pflegekasse ein. Die Pflegekasse entscheidet anschließend und sendet einen schriftlichen Bescheid.

Häufige Fragen

Wie funktioniert ein Begutachtungstermin durch den Medizinischen Dienst?

In der Regel so: Der Medizinische Dienst vereinbart einen Termin – meist zu Hause –, spricht mit der pflegebedürftigen Person und den Angehörigen, verschafft sich einen Eindruck vom Alltag und reicht anschließend ein Gutachten bei der Pflegekasse ein. Auf dieser Grundlage entscheidet die Pflegekasse über den Pflegegrad. Eine Vertrauensperson kann in der Regel dabei sein.

Welche sechs Lebensbereiche bewertet der Medizinische Dienst bei der Pflegebegutachtung?

Die Begutachtung betrachtet in der Regel sechs Lebensbereiche: Mobilität; kognitive und kommunikative Fähigkeiten; Verhaltensweisen und psychische Problemlagen; Selbstversorgung; Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen; Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte. Maßgeblich ist, wie selbstständig der Alltag in diesen Bereichen gelingt.

Was zählt zum Modul Mobilität bei der Pflegebegutachtung nach SGB XI?

Zum Bereich Mobilität gehört die Fortbewegung im Wohnbereich – etwa Aufstehen und Umsetzen, das Halten einer stabilen Sitzposition, Positionswechsel im Bett oder Treppensteigen. Es geht um die Frage, wie selbstständig diese Bewegungen gelingen. Konkrete Alltagsbeispiele helfen beim Schildern.

Wie werden Kognition und Kommunikation bei der Pflegebegutachtung beurteilt?

Der Medizinische Dienst verschafft sich einen Eindruck davon, wie selbstständig sich eine Person örtlich und zeitlich orientieren, Entscheidungen im Alltag treffen, Gespräche führen und Bedürfnisse mitteilen kann. Notizen aus dem Alltag – etwa aus einem Pflegetagebuch – können das Gespräch erleichtern.

Wo findet der Begutachtungstermin statt?

In der Regel zu Hause bei der pflegebedürftigen Person, damit der Medizinische Dienst den gewohnten Alltag einschätzen kann. In Einrichtungen finden Termine vor Ort statt.

Wie lange dauert der Termin?

Üblich sind rund 60 Minuten. Je nach Situation kann es auch kürzer oder länger sein.

Darf eine Vertrauensperson dabei sein?

Ja. Eine Vertrauensperson ist in der Regel willkommen und kann beim Schildern des Alltags unterstützen.

Was sollte ich vor dem Termin vorbereiten?

Arztberichte, Medikamentenliste, Schwerbehindertenausweis, Pflegetagebuch und eigene Alltagsnotizen sind in der Regel hilfreich. Es geht um einen realistischen Eindruck des Unterstützungsbedarfs.

Gibt Mein Pflegeplan Tipps, um einen höheren Pflegegrad zu erreichen?

Nein. Wir bewerten keine Pflegegrade und geben keine Tipps zur "Optimierung" des Ergebnisses. Wir helfen beim Sortieren von Unterlagen und beim Strukturieren des Alltags – zur Orientierung.

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