Begutachtung durch den Medizinischen Dienst – so läuft der Termin in der Regel ab

Stand: 2026-04-14

Was ist das?

Der Medizinische Dienst (MD) ist eine unabhängige Stelle. Im Auftrag der Pflegekasse bildet er sich einen Eindruck vom Pflege- und Unterstützungsbedarf und reicht ein Gutachten bei der Pflegekasse ein.

Warum ist das wichtig?

Der Termin ist oft aufregend, weil vieles gleichzeitig angesprochen wird. Wer Unterlagen sortiert hat und den üblichen Ablauf kennt, kann den Termin ruhiger durchgehen und wichtige Alltagspunkte in eigenen Worten schildern.

Was ist der nächste Schritt?

Wenn der Termin ansteht: Pflegetagebuch, Arztberichte und Medikamentenliste bereitlegen. Eine Vertrauensperson darf in der Regel dabei sein.

Schritt für Schritt

  1. Terminankündigung abwarten

    Nach dem Antrag meldet sich der Medizinische Dienst in der Regel schriftlich oder telefonisch und schlägt einen Termin vor. Termine zu Hause sind üblich; ein Termin in einer Einrichtung ist ebenfalls möglich.

  2. Unterlagen vorbereiten

    Hilfreich sind Arztbriefe, Medikamentenliste, Schwerbehindertenausweis, Pflegetagebuch sowie Kontaktdaten behandelnder Ärztinnen und Ärzte. Eigene Notizen zum Alltag helfen, typische Situationen konkret zu schildern.

  3. Vertrauensperson dazubitten

    Eine Vertrauensperson – Angehörige oder Pflegeperson – darf in der Regel beim Termin dabei sein. Sie kann beim Erinnern und Schildern von Alltagssituationen unterstützen.

  4. Den Termin selbst

    Die Gutachterin oder der Gutachter stellt in der Regel Fragen zum Alltag, zu Mobilität, Selbstversorgung, Verhalten und sozialer Teilhabe. Typischer Zeitrahmen: rund eine Stunde. Es gibt keine "richtigen" Antworten – schildern Sie den Alltag so, wie er ist.

  5. Nach dem Termin

    Der Medizinische Dienst erstellt ein Gutachten und reicht es bei der Pflegekasse ein. Die Pflegekasse entscheidet anschließend und sendet einen schriftlichen Bescheid.

Häufige Fragen

Wo findet der Begutachtungstermin statt?

In der Regel zu Hause bei der pflegebedürftigen Person, damit der Medizinische Dienst den gewohnten Alltag einschätzen kann. In Einrichtungen finden Termine vor Ort statt.

Wie lange dauert der Termin?

Üblich sind rund 60 Minuten. Je nach Situation kann es auch kürzer oder länger sein.

Darf eine Vertrauensperson dabei sein?

Ja. Eine Vertrauensperson ist in der Regel willkommen und kann beim Schildern des Alltags unterstützen.

Was sollte ich vor dem Termin vorbereiten?

Arztberichte, Medikamentenliste, Schwerbehindertenausweis, Pflegetagebuch und eigene Alltagsnotizen sind in der Regel hilfreich. Es geht um einen realistischen Eindruck des Unterstützungsbedarfs.

Gibt Mein Pflegeplan Tipps, um einen höheren Pflegegrad zu erreichen?

Nein. Wir bewerten keine Pflegegrade und geben keine Tipps zur "Optimierung" des Ergebnisses. Wir helfen beim Sortieren von Unterlagen und beim Strukturieren des Alltags – zur Orientierung.

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